Sprachförderung, Mathematik, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie Allgemeinbildung

Kantonales Integrationsprogramm - Kanton Zürich

 

IAZH Angebotsnummer

B-01-025

Zielgruppe / Teilnehmende

Der Fokus der Zielgruppe liegt auf dem Übertritt in Angebote der Regelstrukturen der Sekundarstufe II (Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung, weiterführende Bildungsangebote der Sekundarstufe II).

Die Teilnehmenden sind bei Eintritt in das Angebot im lateinischen Alphabet alphabetisiert, verfügen über Sprachkompetenzen auf dem GER-Niveau A1 und bringen das Potenzial für den Übertritt in die Regelstrukturen der Sekundarstufe II mit. Die Angebote können auch Personen mit psychischen Belastungen offenstehen. Ausserdem besteht die Möglichkeit, ein Angebot spezifisch auf Personen mit psychischen Belastungen auszurichten.

Aufnahmebedingungen

Primär handelt es sich bei der Zielgruppe für das vollschulische Bildungsangebot "Vision" um geflüchtete Personen im Rahmen des Erstintegrationsprozesses (Ausweis N), vorläufig Aufgenommene (Ausweis F) und Flüchtlinge (Ausweis F und B) im Kanton Zürich. Die Teilnehmenden befinden sich vorzugsweise im Alter zwischen 16 und 35 Jahren und kommen meist ohne familiäre Begleitung in die Schweiz. Sie sind mit dem lateinischen Alphabet vertraut und verfügen über einen Deutschlevel von mindestens Niveau A1. Das Angebot eignet sich nicht für Personen, die hochqualifiziert sind und über gute bis sehr gute ICT-Skills verfügen.

  • Alter: 16 bis 35 Jahre
  • Wohnort: Kanton Zürich oder angrenzende Regionen
  • Interessen: Benötigen Unterstützung und Vorbereitung der vollschulischen Bildungsangebote zum Übertritt in die Regelstrukturen der Sekundarstufe II
  • Werte: die Teilnehmenden unterscheiden sich hinsichtlich ihrer beruflichen und schulischen Vorkenntnisse, Erfahrungen und Einstellungen sowie in ihrer Motivation stark. Es besteht demnach eine grosse Heterogenität innerhalb der Zielgruppe. Sie unterscheiden sich in Ihrer soziokulturellen Identität sowie demografisch (Alter, Geschlecht, Kultur, Herkunft und Bildungsweg).
  • Diversity: Personen jeden Alters, mit Behinderung, unterschiedlicher Ethnie und Religion und verschiedener sexueller Orientierung sind willkommen. Die Benedict-Schule achtet auf einen geschlechterneutralen Unterricht und fördert Vielfalt und Toleranz.


Einstufungstest: Vor der definitiven Anmeldung erfolgt eine sprachliche Einstufung mit Details und Abklärung der Aufnahmebedingungen.

Ablauf des Kurses

Die Teilnehmenden starten den Kurs auf dem Sprachniveau GER A1 und beginnen sofort mit dem Erwerb verschiedener Fächer der schulischen Grundbildung, darunter Deutsch, Mathematik, IKT und Allgemeinbildung. Dies gewährleistet einen abwechslungsreichen Wochenstundenplan und einen konsistenten didaktischen Kursaufbau.
Im Verlauf des Kurses wird im Modul Allgemeinbildung das Nebenfach "Berufsvorbereitung" eingeführt, um die Teilnehmenden gezielt auf den Einstieg in die Berufsbildung vorzubereiten. Am Ende des Kurses erreichen die Teilnehmenden das Sprachniveau GER A2.

Kursdauer
40 Schulwochen (1 Jahr)

Lektionen pro Tag
5 Lektionen à 45 Minuten pro Tag

Lektionen pro Woche
25 Lektionen à 45 Minuten pro Woche

Kurstage
Montag bis Freitag

Total Lektionen
1000 Lektionen (40 Wochen x 25 Lektionen pro Woche)

Kursinhalte

Inhalt für das Fach Deutsch

Mit dem Lehrmittel "Menschen" als Grundlage werden insbesondere die "schulgewohnten" Teilnehmenden in den Fertigkeiten Hörverstehen, Leseverstehen, Schreiben und Sprechen trainiert. Punktuell wird das Lehrwerk auch bei den "schulungewohnten" Teilnehmenden eingesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der mündlichen und alltagsbezogenen Sprache. Die Grammatik (Wortbildung/Morphologie, Lexik/Semantik, Syntax, Phonetik/Orthographie und Pragmatik) der deutsch Sprache wird in Form von Dialogen, Lesetexten, Bildern, Videos, Hörtexten sowie Zeitungsausschnitten etc. eingeführt. Der Deutschunterricht beinhaltet sowohl Wortschatzerwerb als auch Wortschatzübungen, Grammatikübungen dienen in erster Linie der sprachlichen Handlungsfähigkeit und als Instrument zur Bewältigung von Kommunikationssituationen. Sie befähigen die Teilnehmenden, verständliche Sätze und Äusserungen in der deutschen Sprache zu bilden. Auch Aussprache und Intonation werden durch das Training gefördert. Der Umfang der grammatikalischen Übungen richtet sich nach dem Sprachgebrauch der Teilnehmenden und wird ja nach Situation mit dem Lehrwerk "Menschen" des HUBER-Verlags vermittelt und durch geeignete bzw. aktuelle Materialien ergänzt.

Für den Sprachgebrauch sind soziolinguistische Kompetenzen wie Kenntnisse über Anredeformen, Höflichkeitskonventionen sowie regionale und berufsspezifische Sprachaspekte wichtig, die in die Übungen zur Sprachförderung einfliessen.

Diese werden durch die handlungsorientierten Szenarien geschickt ergänzt und durch Alltagswissen zielgruppenspezifisch vermittelt. Ausgangspunkt ist nicht das Erlernen von Vokabeln und Grammatik, sondern die Anwendung der Sprache in konkreter Sprechsituationen. Die Förderung der Sprachhandlungskompetenz besteht in der Verbesserung der mündlichen und schriftlichen Rezeption (Hör/Sehverstehen und Leseverstehen), der mündlichen und schriftlichen Produktion (Sprechen und Schreiben) sowie der Interaktion (dialogisches Sprechen und Schreiben). Dies geschieht anhand von strukturierten Themenfeldern mit vielfältigen Übungen, die auch über die App zur Verfügung stehen (Hörübungen zum Hörverstehen, Hörübungen zur Aussprache, Videos). Dank der gut vorbereiteten Kursleitung und der verschiedenen Lerntechniken und -strategien gelingt es die Teilnehmenden optimal und stufengerecht in ihren jeweiligen Sprachkompetenzen, Ausdrucksmitteln und kommunikativen Fähigkeiten zu fördern. Die korrekte Aussprache und das flüssige Sprechen werden durch vielfältige Hör- und Sprechübungen gezielt trainiert. Im Mittelpunkt jeder Unterrichtssequenz stehen immer die Teilnehmenden. Sie werden dazu angeregt, ihre persönlichen Erfahrungen und Anliegen einzubringen und den Unterricht aktiv mitzugestalten. So wirken sie konstruktiv an der Auswahl der inhaltlichen Schwerpunkte jeder Sequenz mit. Darüber hinaus setzen sie selbst individuelle und bedarfsorientierte Schwerpunkte.

Inhalt für das Fach Mathematik

Zur Erreichung der fachlichen Lernziele wird das Themenbuch für die 6. Klasse "Mathematik 6" vom LMVZ als Lehrmittel und Referenz genutzt. Aufgrund seines Spiralcurriculums (über sechs Jahre) deckt dieses Buch sämtliche relevanten Themen ab, die gemäss dem Lehrplan 21 bis zur Nahstelle Sekundarstufe I vorgesehen sind. Aufgrund begrenzter Verfügbarkeit der Unterrichtszeit werden jedoch nicht alle Themen mit der gleichen Intensität behandelt. Es muss zuerst sichergestellt werden, dass die Teilnehmenden z. B. die Grundrechenoperationen beherrschen, damit alltägliche Basis-Anwendungen bewältigt werden können. Im Modulplan wird klar gekennzeichnet, welche Themen optional sind. Diese kommen in Abhängigkeit mit dem Lernfortschritt zum Zuge. Lernfortschrittmessungen erfolgen in Form von formativen Lernkontrollen. Die Ergebnisse daraus fliessen in die Bewertung im Schlussbericht mit ein.

Inhalt für das Fach IKT

Zur Erreichung der fachlichen Lernziele werden Lehrmittel des HERDT Verlages eingesetzt, welche die Teilnehmenden optimal auf die ECDL-Zertifikatstests vorbereiten. Diese Tests dienen als Ergebnissicherung, da sie inhaltlich den grössten Teil der Grundkompetenzen IKT abdecken.

Inhalt für das Fach ABU (inkl. Berufsvorbereitung)

Unser Ziel ist es, ausländischen Teilnehmenden jene Aspekte zu vermitteln, die in der Schweiz alltäglich sind, jedoch für sie neu und unbekannt sind. Wir streben danach, die Lücke zu schliessen und dass Defizit auszugleichen, indem wir sie mit einem umfassenden Verständnis für die schweizerische Kultur, Geografie, Geschichte, Politik, Bildungssystem, Wirtschaft und Recht vertraut machen. Die Teilnehmenden erhalten kein spezifisches Lehrmittel. Wir begründen diesen Umstand damit, dass die meisten Lehrmittel, die wir gesichtet hatten, sprachlich sehr anspruchsvoll sind. Den Lehrpersonen werden jedoch verschiedene Lehrmittel zur Verfügung gestellt, um die Unterrichtsvorbereitung zu erleichtern. Diese werden mit einem noch zu erstellenden Lehrplan dann näher definiert.

Die verschiedenen Projekte im Lehrmittel "Berufswahlportfolio" für die Berufsvorbereitung sind zusätzliche Hilfsmittel, um die Teilnehmenden spezifisch in berufsvorbereitende Themen einzuführen.

Thema 1: Geografie und Kultur Schweiz

Die Teilnehmenden werden in der Lage sein, die geografische Lage der Schweiz au der Weltkarte zu identifizieren. Sie werden ein Verständnis für die grundlegenden geografischen Merkmale der Schweiz entwickeln, darunter ihre Berge, Seen und Nachbarländer. Des Weiteren können sie die wichtigsten kulturellen Eigenheiten und Traditionen der Schweiz beschreiben und die Bedeutung der vier Amtssprachen der Schweiz (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) verstehen.

Thema 2: Geschichte und Politik der Schweiz

Die Teilnehmenden werden die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen in der Geschichte der Schweiz bis zur Gegenwart benennen können. Sie werden ein Verständnis für die politische Struktur der Schweiz entwickeln, einschliesslich des föderalen Systems, der Kantone und des Bundesstaates. Darüber hinaus können sie die wichtigsten politischen Institutionen der Schweiz identifizieren und ihre Funktionen erklären, einschliesslich des Bundesrates, des Parlaments und des Bundesgerichts. Die Grundprinzipien der direkten Demokratie in der Schweiz, einschliesslich des Referendums und der Volksinitiative, werden ebenfalls behandelt.

Thema 3: Freizeitbeschäftigungen und Kultur

Die Teilnehmenden werden verschiedene Freizeitbeschäftigungen und kulturelle Aktivitäten in der Schweiz identifizieren können und wissen, wie sie das Freizeitangebot nutzen können. Sie werden die Bedeutung von Freizeit und Erholung im schweizerischen Lebensstil verstehen.

Thema 4: Bildungssystem in der Schweiz

Die Teilnehmenden werden die Struktur des schweizerischen Bildungssystems von der Grundschule bis zur Hochschule erläutern können. Sie werden die Bedeutung von Bildung und Ausbildung in der schweizerischen Gesellschaft verstehen sowie die Rolle von Berufsbildung und lebenslangem Lernen für ihre Integration in die schweizerische Gesellschaft und Wirtschaft.

Thema 5: Wirtschaft und Recht in der Schweiz

Die Teilnehmenden werden die Grundprinzipien des schweizerischen Rechtssystems erklären können, einschliesslich der Gewaltentrennung und der Rechtsstaatlichkeit. Sie werden die wichtigsten rechtlichen Regelungen für das tägliche Leben in der Schweiz verstehen und die wichtigsten Wirtschaftszweige der Schweiz identifizieren können, einschliesslich ihrer Bedeutung für die schweizerische Wirtschaft. Zudem werden die Grundprinzipien der schweizerischen Wirtschaftspolitik behandelt, ein schliesslich der Förderung von Wettbewerb, Innovation und Nachhaltigkeit.

Berufliche Vorbereitung

Das Thema Arbeitsmarkt und Integration wird mit dem "Berufswahlportfolio" ergänzt und in verschiedenen Formen behandelt: Lesen und Analysieren von Stellenangeboten, Verfassen von kurzen Selbstpräsentationen (Curricula) sowohl schriftlich als auch mündlich.

Im Rahmen der Berufsvorbereitung werden im Berufswahltagebuch verschiedene Aspekte der Berufswahl thematisiert, von der Selbstreflexion über Interessen, Fähigkeiten und Werte bis hin zur Recherche von Berufsfeldern und der Entwicklung eines Berufswunsches.

Das Lehrmittel ermutigt die Teilnehmenden, aktiv zu werden und verschiedene Aktivitäten wie Praktika, Informationsveranstaltungen und Gespräche mit Berufsberatern zu nutzen, um Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu gewinnen. Ausserdem wird betont, wie wichtig es ist, sich realistische Ziele zu setzen und bei der Berufswahl systematisch vorzugehen. Das Tagebuchformat des Lehrmittels ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Gedanken, Erkenntnisse und Fortschritte festzuhalten und so einen persönlichen Leitfaden für die Berufswahl zu entwickeln. Praktische Übungen und Arbeitsblätter helfen den Teilnehmenden, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen, berufliche Optionen zu erkunden und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Der allgemeinbildende Unterricht bietet den Teilnehmenden somit ein umfassendes Verständnis über die Schweiz in verschiedenen Aspekten und trägt zur Förderung ihrer Kenntnisse und Integration in die Schweizerische Gesellschaft und Arbeitswelt bei.

Methoden

Kooperative, differenzierte und alltagsorientierte Lern- und Arbeitsformen im Präsenzunterricht, bei schulgewohnten Teilnehmenden unterstützt durch digitale Lernformen und individualisierten Vertiefungsmöglichkeiten.

Unterrichtszeiten

Montag bis Freitag (25. Lektionen pro Woche)

Vormittag
1. Lektion: 08.30 – 09.15 Uhr (5 Minuten Pause)
2. Lektion: 09.20 – 10.05 Uhr (5 Minuten Pause)
3. Lektion: 10.10 – 10.55 Uhr (20 Minuten Pause)
4. Lektion: 11.15 – 12.00 Uhr (5 Minuten Pause)
5. Lektion: 12.05 – 12.50 Uhr

Nachmittag
1. Lektion: 13.10 – 13.55 Uhr (5 Minuten Pause)
2. Lektion: 14.00 – 14.45 Uhr (5 Minuten Pause)
3. Lektion: 14.50 – 15.35 Uhr (20 Minuten Pause)
4. Lektion: 15.55 – 16.40 Uhr (5 Minuten Pause)
5. Lektion: 16.45 – 17.30 Uhr

Kursbeginn

19.08.2024     27.01.2025
28.10.2024     05.05.2025

Kurskosten

Kurs Dauer Kosten
Vision 1 Jahr 17'990.--
ECDL-Base 4 Stunden 250.-- (Prüfungsgebühren)

Kursort

Benedict-Schule Zürich
Vulkanstrasse 106
8048 Zürich

Tel. 044 242 12 60
E-Mail: info.zh@delete-me.benedict.ch

Anmeldung

Die Anmeldung zum Kurs erfolgt über den/die Berater/in Ihrer Gemeinde.