Finanzielle Unterstützung für Aus- und Weiterbildung

Integration beginnt mit der Sprache

03.07.2022

|

Zürich / Bern / Luzern / St. Gallen

Rund 140 Schülerinnen aus der Ukraine lernen zurzeit Deutsch an der Benedict Schule in Zürich. Wir haben zwei Klassen besucht und mit der Deutschdozentin Svetlana Brack gesprochen.

Svetlana Brack, Deutschlehrerin

Wie viele Schülerinnen unterrichten Sie?

Svetlana Brack: Aktuell unterrichte ich zwei Gruppen – eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Insgesamt sind es 23 Schülerinnen, die Jüngste, eine Informatikstudentin, ist 17 Jahre alt, die Älteste 51. Einige von ihnen sind mit ihren nicht volljährigen Kindern in die Schweiz gekommen. Die meisten haben in ihrer Heimat studiert oder einen Beruf erlernt. Trotz der sehr guten Bildung ist der Deutschunterricht auch für sie eine Herausforderung. Obschon die meisten Ukrainer*innen zweisprachig (Ukrainisch und Russisch) aufwachsen, fällt es ihnen schwer, eine Sprache aus einer anderen Sprachgruppe und ohne Vorkenntnisse zu lernen.

Wie gestalten Sie den Unterricht?

Ich unterrichte nach einem Lehrbuch, das für Anfänger*innen konzipiert ist und in acht Module à drei Lektionen unterteilt ist. Nach jedem Modul schreiben die Schülerinnen einen Test. Dieser dient in erster Linie mir, um auf allfällige Lernlücken der Schülerinnen reagieren zu können. Ich versuche, den Unterricht möglichst spannend und spielerisch zu gestalten. Auch der Humor darf dabei nicht fehlen.

Können die Schülerinnen das Gelernte bereits anwenden?

Ja! Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut meine Schülerinnen nach so kurzer Zeit bereits Deutsch sprechen. Sie sind hoch motiviert, vielleicht auch deshalb, weil niemand weiss, wie lange sie in der Schweiz bleiben werden. Ich beobachte auch die ersten Erfolge. Während einer Pause kürzlich hörte ich, wie eine Schülerin telefonisch einen Arzttermin auf Deutsch absagte. Solche Erfolgsgeschichten erfüllen mich natürlich mit Stolz!

Ist der Ukrainekrieg ein Thema?

Natürlich tauschen sich die Lernenden während der Pause darüber aus, was bei ihnen in der Heimat passiert. Viele haben in der Ukraine Familie, Kinder, Ehemänner oder Lebenspartner. Die Ungewissheit ist ihr ständiger Begleiter und gelegentlich spüre ich ihren Stress. Insbesondere dann, wenn sie eine schlimme Nachricht aus der Heimat erhalten. Der Unterricht ist deshalb auch ein Ort, wo sie sich aufs Lernen fokussieren können. Auch der soziale Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen tauschen Tipps aus, schliessen Freundschaften und machen gemeinsame Ausflüge. Ich von meiner Seite gebe mein Bestes, dass ihnen der Unterricht Spass macht und sie das Gelernte im Alltag anwenden können – etwa beim Einkaufen, beim Arzt, bei der Wohn- oder Jobsuche.


Mehr erfahren: Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt für Ausländer/innen und Flüchtlinge


Welches sind Ihre persönlichen Herausforderungen?

Da es sich um sehr homogene Gruppen handelt, sprechen sie untereinander oft Ukrainisch. Da muss ich gelegentlich eingreifen und sie daran erinnern, Deutsch zu sprechen. Ich bin überwältigt, mit welcher Freude und Motivation sie zu mir in den Unterricht kommen – trotz ihrer schwierigen Lage. Das berührt mich.

Svetlana Brack studierte in Russland Pädagogik. Nach ihrem Studium lebte sie sechs Jahre in Regensburg und danach in Australien. Seit April 2022 unterrichtet sie bei Benedict Deutsch für Migrantinnen und Migranten. Die Deutschkurse finden im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme KIP statt.

Integration beginnt mit der Sprache

03.07.2022

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Zürich / Bern / Luzern / St. Gallen

Rund 140 Schülerinnen aus der Ukraine lernen zurzeit Deutsch an der Benedict Schule in Zürich. Wir haben zwei Klassen besucht und mit der Deutschdozentin Svetlana Brack gesprochen.

Svetlana Brack, Deutschlehrerin

Wie viele Schülerinnen unterrichten Sie?

Svetlana Brack: Aktuell unterrichte ich zwei Gruppen – eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Insgesamt sind es 23 Schülerinnen, die Jüngste, eine Informatikstudentin, ist 17 Jahre alt, die Älteste 51. Einige von ihnen sind mit ihren nicht volljährigen Kindern in die Schweiz gekommen. Die meisten haben in ihrer Heimat studiert oder einen Beruf erlernt. Trotz der sehr guten Bildung ist der Deutschunterricht auch für sie eine Herausforderung. Obschon die meisten Ukrainer*innen zweisprachig (Ukrainisch und Russisch) aufwachsen, fällt es ihnen schwer, eine Sprache aus einer anderen Sprachgruppe und ohne Vorkenntnisse zu lernen.

Wie gestalten Sie den Unterricht?

Ich unterrichte nach einem Lehrbuch, das für Anfänger*innen konzipiert ist und in acht Module à drei Lektionen unterteilt ist. Nach jedem Modul schreiben die Schülerinnen einen Test. Dieser dient in erster Linie mir, um auf allfällige Lernlücken der Schülerinnen reagieren zu können. Ich versuche, den Unterricht möglichst spannend und spielerisch zu gestalten. Auch der Humor darf dabei nicht fehlen.

Können die Schülerinnen das Gelernte bereits anwenden?

Ja! Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut meine Schülerinnen nach so kurzer Zeit bereits Deutsch sprechen. Sie sind hoch motiviert, vielleicht auch deshalb, weil niemand weiss, wie lange sie in der Schweiz bleiben werden. Ich beobachte auch die ersten Erfolge. Während einer Pause kürzlich hörte ich, wie eine Schülerin telefonisch einen Arzttermin auf Deutsch absagte. Solche Erfolgsgeschichten erfüllen mich natürlich mit Stolz!

Ist der Ukrainekrieg ein Thema?

Natürlich tauschen sich die Lernenden während der Pause darüber aus, was bei ihnen in der Heimat passiert. Viele haben in der Ukraine Familie, Kinder, Ehemänner oder Lebenspartner. Die Ungewissheit ist ihr ständiger Begleiter und gelegentlich spüre ich ihren Stress. Insbesondere dann, wenn sie eine schlimme Nachricht aus der Heimat erhalten. Der Unterricht ist deshalb auch ein Ort, wo sie sich aufs Lernen fokussieren können. Auch der soziale Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen tauschen Tipps aus, schliessen Freundschaften und machen gemeinsame Ausflüge. Ich von meiner Seite gebe mein Bestes, dass ihnen der Unterricht Spass macht und sie das Gelernte im Alltag anwenden können – etwa beim Einkaufen, beim Arzt, bei der Wohn- oder Jobsuche.


Mehr erfahren: Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt für Ausländer/innen und Flüchtlinge


Welches sind Ihre persönlichen Herausforderungen?

Da es sich um sehr homogene Gruppen handelt, sprechen sie untereinander oft Ukrainisch. Da muss ich gelegentlich eingreifen und sie daran erinnern, Deutsch zu sprechen. Ich bin überwältigt, mit welcher Freude und Motivation sie zu mir in den Unterricht kommen – trotz ihrer schwierigen Lage. Das berührt mich.

Svetlana Brack studierte in Russland Pädagogik. Nach ihrem Studium lebte sie sechs Jahre in Regensburg und danach in Australien. Seit April 2022 unterrichtet sie bei Benedict Deutsch für Migrantinnen und Migranten. Die Deutschkurse finden im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme KIP statt.

Integration beginnt mit der Sprache

03.07.2022

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Zürich / Bern / Luzern / St. Gallen

Rund 140 Schülerinnen aus der Ukraine lernen zurzeit Deutsch an der Benedict Schule in Zürich. Wir haben zwei Klassen besucht und mit der Deutschdozentin Svetlana Brack gesprochen.

Svetlana Brack, Deutschlehrerin

Wie viele Schülerinnen unterrichten Sie?

Svetlana Brack: Aktuell unterrichte ich zwei Gruppen – eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Insgesamt sind es 23 Schülerinnen, die Jüngste, eine Informatikstudentin, ist 17 Jahre alt, die Älteste 51. Einige von ihnen sind mit ihren nicht volljährigen Kindern in die Schweiz gekommen. Die meisten haben in ihrer Heimat studiert oder einen Beruf erlernt. Trotz der sehr guten Bildung ist der Deutschunterricht auch für sie eine Herausforderung. Obschon die meisten Ukrainer*innen zweisprachig (Ukrainisch und Russisch) aufwachsen, fällt es ihnen schwer, eine Sprache aus einer anderen Sprachgruppe und ohne Vorkenntnisse zu lernen.

Wie gestalten Sie den Unterricht?

Ich unterrichte nach einem Lehrbuch, das für Anfänger*innen konzipiert ist und in acht Module à drei Lektionen unterteilt ist. Nach jedem Modul schreiben die Schülerinnen einen Test. Dieser dient in erster Linie mir, um auf allfällige Lernlücken der Schülerinnen reagieren zu können. Ich versuche, den Unterricht möglichst spannend und spielerisch zu gestalten. Auch der Humor darf dabei nicht fehlen.

Können die Schülerinnen das Gelernte bereits anwenden?

Ja! Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut meine Schülerinnen nach so kurzer Zeit bereits Deutsch sprechen. Sie sind hoch motiviert, vielleicht auch deshalb, weil niemand weiss, wie lange sie in der Schweiz bleiben werden. Ich beobachte auch die ersten Erfolge. Während einer Pause kürzlich hörte ich, wie eine Schülerin telefonisch einen Arzttermin auf Deutsch absagte. Solche Erfolgsgeschichten erfüllen mich natürlich mit Stolz!

Ist der Ukrainekrieg ein Thema?

Natürlich tauschen sich die Lernenden während der Pause darüber aus, was bei ihnen in der Heimat passiert. Viele haben in der Ukraine Familie, Kinder, Ehemänner oder Lebenspartner. Die Ungewissheit ist ihr ständiger Begleiter und gelegentlich spüre ich ihren Stress. Insbesondere dann, wenn sie eine schlimme Nachricht aus der Heimat erhalten. Der Unterricht ist deshalb auch ein Ort, wo sie sich aufs Lernen fokussieren können. Auch der soziale Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen tauschen Tipps aus, schliessen Freundschaften und machen gemeinsame Ausflüge. Ich von meiner Seite gebe mein Bestes, dass ihnen der Unterricht Spass macht und sie das Gelernte im Alltag anwenden können – etwa beim Einkaufen, beim Arzt, bei der Wohn- oder Jobsuche.


Mehr erfahren: Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt für Ausländer/innen und Flüchtlinge


Welches sind Ihre persönlichen Herausforderungen?

Da es sich um sehr homogene Gruppen handelt, sprechen sie untereinander oft Ukrainisch. Da muss ich gelegentlich eingreifen und sie daran erinnern, Deutsch zu sprechen. Ich bin überwältigt, mit welcher Freude und Motivation sie zu mir in den Unterricht kommen – trotz ihrer schwierigen Lage. Das berührt mich.

Svetlana Brack studierte in Russland Pädagogik. Nach ihrem Studium lebte sie sechs Jahre in Regensburg und danach in Australien. Seit April 2022 unterrichtet sie bei Benedict Deutsch für Migrantinnen und Migranten. Die Deutschkurse finden im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme KIP statt.

Integration beginnt mit der Sprache

03.07.2022

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Zürich / Bern / Luzern / St. Gallen

Rund 140 Schülerinnen aus der Ukraine lernen zurzeit Deutsch an der Benedict Schule in Zürich. Wir haben zwei Klassen besucht und mit der Deutschdozentin Svetlana Brack gesprochen.

Svetlana Brack, Deutschlehrerin

Wie viele Schülerinnen unterrichten Sie?

Svetlana Brack: Aktuell unterrichte ich zwei Gruppen – eine am Vormittag und eine am Nachmittag. Insgesamt sind es 23 Schülerinnen, die Jüngste, eine Informatikstudentin, ist 17 Jahre alt, die Älteste 51. Einige von ihnen sind mit ihren nicht volljährigen Kindern in die Schweiz gekommen. Die meisten haben in ihrer Heimat studiert oder einen Beruf erlernt. Trotz der sehr guten Bildung ist der Deutschunterricht auch für sie eine Herausforderung. Obschon die meisten Ukrainer*innen zweisprachig (Ukrainisch und Russisch) aufwachsen, fällt es ihnen schwer, eine Sprache aus einer anderen Sprachgruppe und ohne Vorkenntnisse zu lernen.

Wie gestalten Sie den Unterricht?

Ich unterrichte nach einem Lehrbuch, das für Anfänger*innen konzipiert ist und in acht Module à drei Lektionen unterteilt ist. Nach jedem Modul schreiben die Schülerinnen einen Test. Dieser dient in erster Linie mir, um auf allfällige Lernlücken der Schülerinnen reagieren zu können. Ich versuche, den Unterricht möglichst spannend und spielerisch zu gestalten. Auch der Humor darf dabei nicht fehlen.

Können die Schülerinnen das Gelernte bereits anwenden?

Ja! Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut meine Schülerinnen nach so kurzer Zeit bereits Deutsch sprechen. Sie sind hoch motiviert, vielleicht auch deshalb, weil niemand weiss, wie lange sie in der Schweiz bleiben werden. Ich beobachte auch die ersten Erfolge. Während einer Pause kürzlich hörte ich, wie eine Schülerin telefonisch einen Arzttermin auf Deutsch absagte. Solche Erfolgsgeschichten erfüllen mich natürlich mit Stolz!

Ist der Ukrainekrieg ein Thema?

Natürlich tauschen sich die Lernenden während der Pause darüber aus, was bei ihnen in der Heimat passiert. Viele haben in der Ukraine Familie, Kinder, Ehemänner oder Lebenspartner. Die Ungewissheit ist ihr ständiger Begleiter und gelegentlich spüre ich ihren Stress. Insbesondere dann, wenn sie eine schlimme Nachricht aus der Heimat erhalten. Der Unterricht ist deshalb auch ein Ort, wo sie sich aufs Lernen fokussieren können. Auch der soziale Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen tauschen Tipps aus, schliessen Freundschaften und machen gemeinsame Ausflüge. Ich von meiner Seite gebe mein Bestes, dass ihnen der Unterricht Spass macht und sie das Gelernte im Alltag anwenden können – etwa beim Einkaufen, beim Arzt, bei der Wohn- oder Jobsuche.


Mehr erfahren: Deutsch mit Ziel Arbeitsmarkt für Ausländer/innen und Flüchtlinge


Welches sind Ihre persönlichen Herausforderungen?

Da es sich um sehr homogene Gruppen handelt, sprechen sie untereinander oft Ukrainisch. Da muss ich gelegentlich eingreifen und sie daran erinnern, Deutsch zu sprechen. Ich bin überwältigt, mit welcher Freude und Motivation sie zu mir in den Unterricht kommen – trotz ihrer schwierigen Lage. Das berührt mich.

Svetlana Brack studierte in Russland Pädagogik. Nach ihrem Studium lebte sie sechs Jahre in Regensburg und danach in Australien. Seit April 2022 unterrichtet sie bei Benedict Deutsch für Migrantinnen und Migranten. Die Deutschkurse finden im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme KIP statt.