Sehr geehrte Medienschaffende,
Sehr geehrte Damen und Herren


Ich freue mich sehr heute bei Ihnen zu sein und mit Ihnen Ihren erfolgreichen Abschluss zu feiern.

7-12-21-3-11
Warum begrüsse ich Sie zu Beginn mit dieser Zahlenreihe?
Vielleicht,

  • weil sie ein Geheimcode ist,
  • oder weil sie etwas mit ihrer Diplomfeier zu tun haben?
  • oder ganz einfach darum, weil ich an diesem Mittwochabend Ihre Aufmerksamkeit erhalten möchte?

Lassen Sie sich überraschen, wie es Rätsel so an sich haben, werden sie erst am Schluss aufgelöst.

Vorweg so viel:

  • Die erste Zahl, die 7 besagt, dass das Wort Bildung - um die es heute ja geht - 7 Buchstaben hat.
  • Die 12 könnte für die 12 Hirnnerven stehen, die sicher in der Prüfungsphase etwas strapaziert waren.
  • 21 steht für die Summe der Zahlen auf einem Spielwürfel.
  • Die 3, für das BBS, für Sie naturlich ein Begriff.
  • Und zuletzt die 11, für die 11 Buchstaben - Diplomfeier, unser heutiger Anlass zusammenzukommen.

Nun das wäre ein schweres Rätsel gewesen, denn es würde voraussetzen, dass Sie alle diese Zahlen kennen, um es lösen zu können.
Die Antwort ist leichter. Aber wie gesagt, die Auflösung kommt erst am Schluss.

Nun also zu Ihnen.

Sie sind nicht mehr "Teilnehmende der Erwachsenenbildung" wie es so schön heisst, sondern Absolventinnen und Absolventen. Das Wort Absolventin oder Absolvent kommt von dem lateinischen "absolvere" und bedeutet beenden, loslösen oder ablösen.
Und etwas zu beenden ist immer ein Grund zu feiern. Aber was beenden Sie eigentlich? Und beenden Sie wirklich etwas oder stehen Sie am Anfang von etwas Neuem? Dieser Frage möchte ich etwas auf den Grund gehen.

Sie beenden heute quasi einen Teil des Prozesses des Wissenserwerbs und sind damit befähigt, ihren neuen Beruf auszuüben.

Wissen macht stolz und mutig und das ist gut so. Werden Sie aber nicht übermutig, denn Wissen ist auch Macht. Setzen Sie deshalb Ihr Wissen klug ein. Nun stellt sich aber sofort die Anschlussfrage: Wie ist das mit dem Wissen wirklich?

Fragt man unsere alten Dichter und Denker zeigt sich ein unterschiedliches Verständnis von Wissen.

Albert Einstein sagte:
"Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

Johann Wolfgang von Goethe zeigt, dass Wissen auch den Zweifel fordert und
Marie von Ebner-Eschenbach sagte:
"Wer nichts weiss, muss alles glauben."

Sie haben in Ihrer Aus- oder Weiterbildung viel Wissenswertes gelernt, das hoffe ich doch sehr. Sich Wissen angeeignet, um mit viel Kompetenz in Ihrem Beruf erfolgreich zu sein. Vielleicht hatten Sie manchmal auch das Gefühl unnutzes Wissen abrufen zu müssen, auch das gehört zum Lernen.

Wie auch immer, Sie haben Ihr Wissen in den Prüfungen bewiesen.
Und an Ihrem künftigen Arbeitsplatz werden Sie nun eine andere Form von Wissen erwerben - das sogenannte Erfahrungswissen.
Erfahrungswissen gibt Sicherheit und macht Sie nach und nach zur Expertin, zum Experten in Ihrem Bereich. Und bei dieser Form des Lernens möchte ich Ihnen viel Freude und Spass wünschen.

Als symbolisches Geschenk möchte ich Ihnen noch eine kleine Geschichte mit auf den weiteren Lebensweg geben, die sich natürlich rund ums Wissen dreht. Wissen und Wahrheit müssen nicht immer miteinander übereinstimmen.

Und um es noch komplizierter zu machen, wird unserer Wissen und unserer Erfahrung noch mit unserer Wahrnehmung ergänzt.

Und davon handelt die Geschichte vom schielenden Huhn.

Es war einmal ein stark schielendes Huhn.
Und weil es schielte, sah es die ganze Welt etwas schief.
Deshalb glaubte es auch, die Welt sei tatsächlich schief.
Alles erschien ihm schief, sogar der Hahn und die anderen Hühner.

Das schielende Huhn lief stets etwas schräg und so plumpste es häufig gegen Wände und Bäume.
An einem windigen Tag spazierten die Hühner am schiefen Turm von Pisa vorbei.

"Schaut her", gackerten die Hühner, "der Wind hat den Turm schiefgeblasen."

Das schielende Huhn war verwundert, denn es konnte nichts Schiefes am Turm erkennen - im Gegenteil, er schien völlig gerade zu stehen. Es sagte aber nichts und dachte sich nur, dass die anderen Hühner sicher schielen müssen.

Bevor ich nun aber zum Ende komme, schulde ich Ihnen noch die Auflösung des Rätsels.

Die Zahlen stehen fur die Buchstaben im Alphabet,

  • die 7 also für das G
  • 12 für L
  • 21 für U bzw. Ü
  • 3 für C
  • Und am Ende die 11 für das K

Und damit haben wir die Auflösung, die Buchstaben zu den Zahlen bilden das Wort "Glück". Denn genau das möchte ich Ihnen für Ihre berufliche Zukunft aber auch für Ihr Leben wünschen.

Und damit bedanke ich mich fur Ihre Aufmerksamkeit.

Geniessen Sie ihr erworbenes Wissen, erweitern Sie es durch Erfahrungen und lassen Sie die unterschiedlichen Wahrnehmungen nicht ausser Acht.


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