Einleitende Worte ANDREA GÜNTHER
Diplomfeier Benedict-Schule St. Gallen, 24. Mai 2017


Geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden
Geschätzte Damen und Herren
Geschätzte Gäste

Ich begrüsse Sie herzlich zur Diplomfeier der Benedict-Schule St. Gallen. Ich freue mich und es ist mir eine Ehre speziell unsere beiden Gastredner zu begrüssen, Frau Heidi Hanselmann, Regierungsrätin, und Herrn Heinrich Meister, den Verwaltungsratspräsidenten der Benedict-Schule sowie Martin Hablützel, Mitglied des Verwaltungrates.

Frau Hanselmann ist eine faszinierende Persönlichkeit, der als Vorsteherin des Gesundheitsdepartements einen besonderen Bezug zu unseren heutigen Diplomanden aus dem Bereich Medizin/Gesundheit, hat. Sicher können wir uns von ihr inspirieren lassen.

Geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, kennen Sie diese Casting Shows „Britain’s got Talent“ und „Switzerland’s got Talent“?

Man kann von Casting Shows halten, was man will, manches ist seichte Unterhaltung, manches ist in gewisser Weise ein Vorführen von Menschen, aber etwas zeigen Casting Shows deutlich: Sie lehren uns, dass man nicht nach dem Augenschein gehen soll und dass in Menschen oft viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick erwartet. Sie führen uns also unsere eigenen Vor-Urteile vor.
In den 19 Jahren, die ich mittlerweile bei der Benedict-Schule arbeite, habe ich gelernt, dass Menschen Überraschungspakete sind – in denen ungeheuer viel steckt. Ich habe Staunen gelernt.
Nehmen Sie zum Beispiel die Sängerin unseres heutigen Abends – Frau Schewall Isik. Frau Schewall Isik besucht bei uns derzeit die Ausbildung zur „Med. Praxisassistentin MPA mit eidg. FA“. Sie wird im Juli abschliessen und wir werden ihr dann hier ihr Fähigkeitszeugnis überreichen. Nun hat sie aber nicht nur ein Faible für Medizin und den Wunsch, Menschen, die krank sind, zu helfen. Sie hat auch eine aussergewöhnliche Stimme.

Dass Frau Isik so grossartig singen kann, haben wir erst nebenbei erfahren.

Die gute Nachricht für uns alle: Niemand ist komplett untalentiert; wir kommen alle mit unterschiedlichen Begabungen in diese Welt. Wichtig ist, dass Sie Ihre Talente kennen und auch etwas daraus machen – zum Beispiel an einer Schule wie unserer, an einer Musik- oder Sportschule.
Die Talentforschung hat in den letzten Jahren gezeigt, dass Begabung wenig Magisches an sich hat. Das Allermeiste ist einfach Übung. Und das ist die gute Nachricht für alle, die denken, „ich kann ja nichts“.
Sie müssen einfach nur viel üben.
Microsoft-Gründer Bill Gates verbrachte fast seine gesamte Jugend mit dem Programmieren der ersten Lochkarten-Computer. Nachts stieg er sogar regelmässig in ein Rechenzentrum der University of Washington ein. Im Alter von 13 programmierte Gates im Schulkurs einen Stundenplan - und kassierte einen Tadel, weil das Computerterminal abstürzte. Mit 14 gründete er eine Firma, die Software für Verkehrszählungen verkaufte. Schon im ersten Geschäftsjahr nahm er damit 20.000 Dollar ein.

Die Profi-Golf-Legende Tiger Woods hat schon als Kleinkind seinem Vater beim Abschlag zugesehen.

Also üben und üben Sie, bis Sie richtig gut werden. Und denken Sie an Mahatma Gandhis Wahrheit: Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Die andere gute Nachricht: Seien Sie doch einmal Talentsucher: Freuen Sie sich daran, auch bei Ihren Mitmenschen die versteckten Begabungen und guten Seiten zu entdecken. Das ist in jedem Fall förderlicher als immer die negativen Seiten der Mitmenschen zu kritisieren.

Und drittens, vergessen Sie nicht, auch Ihre Talente zu pflegen, die vielleicht nicht direkt mit dem Beruf zu tun haben.

Ich freue mich, dass wir heute Abend, all jenen, die nicht nur Talent haben, sondern auch Durchhalte- und Leistungswillen, ihre Zertifikate und Diplome überreichen können.

Nun gebe ich das Wort weiter an den Gastredner, Herrn Heinrich Meister.

 

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