Diplomfeier Benedict-Schule St. Gallen
Freitag, 22. Mai 2015 im Pfalzkeller St. Gallen


Am vergangenen Freitag, dem 22. Mai, konnten im historischen Pfalzkeller rund 100 Personen ihre Diplome oder Zertifikate entgegen nehmen.

Die Benedict-Schule zertifizierte Absolventinnen und Absolventen der folgenden Lehrgänge:

  • Deutsch als Fremdsprache Grundstufe A2 / Mittelstufe B2
  • Bürofachdiplom VSH
  • Handelsschuldiplom VSH
  • Dipl. Wirtschaftsfachleute VSK
  • Kaufm. Grundkurs BBS
  • Dipl. Arzt- und Spitalsekretärin / Med. Sekretärin H+
  • Schulmedizinische Grundlagen Stufe 1
  • Dipl. Ernährungsberater/-in Benedict
  • Dipl. Gesundheitsmasseur/-in Benedict
  • ICT Assistant PC / Network BIZ
  • ICT Professional PC / Network BIZ

Nach einer fulminanten Tanzeinlage der Aerokids hielt die Schulleiterin, Andrea Günther, eine Ansprache. Darin zeigte sie auf, dass bei den 45-jährigen in der Schweiz bereits jeder Zweite einmal den Beruf und die Branche gewechselt habe. Dies sei ein Anzeichen dafür, wie wesentlich es heute sei, immer auf die Veränderungen in Wirtschaft und Technologie zu reagieren und sich selbst entsprechend weiter zu bilden.

Dem festlichen Teil des Abends schloss sich im Kreise von Lehrern, Familie und Freunden ein reichhaltiger Apéro riche an, bei dem ausgiebig gefeiert wurde.

Diplomrede Frau Andrea Günther

Vielen Dank an die Aerokids unter der Leitung von Frau Anna Renold!

Geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden
Geschätzte Damen und Herren
Geschätzte Gäste

Ich begrüsse Sie herzlich zur Diplomfeier der Benedict-Schule St. Gallen.
Speziell begrüssen möchte ich Frau Monika Staubli, Mitglied unserer Aufsichtskommission. Entschuldigt haben sich weitere Mitglieder der Aufsichtskommission: Bruno Gutmann, Frau Ilse Oehler und Herr Patrick Stach, die heute Abend leider verhindert sind.

Insbesondere begrüsse ich jedoch alle, deretwegen wir heute zusammen gekommen sind:
Unsere Diplomandinnen und Diplomanden aus den Bereichen Deutsch als Fremdsprache, Medizin und Gesundheit, aus der Bürofachschule und Handelsschule sowie der Kaderschule und aus dem Bereich der Informatik.

Sehr geehrte Damen und Herren, heute Abend ist hier ganz viel geballtes Wissen anwesend - sollten Sie ohnmächtig werden, so stehen Ihnen jene Personen zur Seite, die innerhalb der Weiterbildung "Schulmedizinische Grundlagen" Erste Hilfe hatten, sollten Sie Hilfe bei der Buchhaltung zuhause brauchen, so haben wir Experten aus unserer Bürofachschule und wenn Sie nach all dem Prüfungsstress eine Massage benötigen, können Sie auch diese von fachkundigen Händen unserer Gesundheitsmasseure erhalten.

Was aber hat Sie, geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, dazu bewegt, Ihre Weiterbildung zu beginnen?

Was bedeutet Ihre Weiterbildung für Sie? Suchten Sie eine neue Herausforderung? War es der Wunsch, sich in eine andere Branche einzuarbeiten? Wollten Sie einen neuen Beruf erlernen?

Wahrscheinlich haben die meisten von Ihnen aus einer Überlegung heraus gehandelt, die heute extrem wichtig ist: Sie haben darauf reagiert, dass sich das berufliche Umfeld schnell wandelt. Oder bemerkt, dass Sie neues Wissen benötigen, um weiter zu kommen.
Wenn man die Schweizer Wirtschaft betrachtet, stellt man fest, dass von den erwerbsfähigen Personen im Alter von 24 Jahren heute bereits 35 Prozent mindestens einmal den Beruf und die Branche gewechselt haben.
Von den 44-jährigen hat mehr als jeder zweite schon einmal Beruf und Branche gewechselt, nämlich 54 Prozent.

An diesen Zahlen sehen Sie, dass die Veränderungen in der Wirtschaft es notwendig machen, dass die Berufstätigen sich weiterbilden und auf den Wandel reagieren.

Daher ist eines offenkundig: Mit einer Ausbildung ist der Lernprozess für den Beruf sicher nicht abgeschlossen. Die Weiterbildung wird in unserem ganzen Arbeitsleben einen zentralen Stellenwert einnehmen. Die neuen technologischen Entwicklungen erfordern permanent aktuelles Wissen - ein Wissen, das sich rascher entwickelt als wir "Weiterbildung" sagen können, so scheint es. Und immer mehr sind wir selbst gefragt, die Zeichen der Zeit zu erkennen, festzustellen, dass es neue Programme gibt, deren Benutzung uns noch nicht geläufig ist, eigene "weisse Flecken" zu entdecken und uns entsprechend weiterzubilden. Denn nur so können wir auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig bleiben. Das heisst, der einzelne ist für seine eigene "Employability" zuständig - wie interessant ist er für die Unternehmen? Bringt er wesentliche Voraussetzungen mit? Oder ist es mal wieder an der Zeit, das eigene Wissen auf den neuesten Stand zu bringen, das Englisch zu verbessern, das Französisch aufzufrischen, die neusten Regeln der Gechäftskorrespondenz zu lernen, sich Kenntnisse in neuen Office-Paketen anzueignen, das Internet besser kennen zu lernen, die Sozialkompetenz zu verbessern?

Umgang mit Veränderungen und Lernen - auch das rechtzeitige Erkennen, dass Lücken vorhanden sind - ist enorm wichtig. Das ist eine Botschaft, die nicht frustrieren muss, denn sie bedeutet eine Chance: Wer sich neben der Arbeit kontinuierlich weiterbildet, ist für die nächste Herausforderung gewappnet. Und das kann und wird sich vielfach ganz konkret als klingende Münze im Portemonnaie bemerkbar machen. Denn die Personen mit den aktuellen Kenntnissen und dem frischen Wissen sind gesucht. Sie tragen entscheidend zur Wertschöpfung eines Unternehmens bei. Und erhalten eher die vielseitigen, abwechslungsreichen, spannenden Arbeitsangebote.

So werden wir bis zur Rente in vielen Fällen nicht mehr einen Beruf ausüben, sondern deren mehrere. Ist das erschreckend? Oder macht es nicht vielmehr das Leben bunter und erlebnisreicher? Auch bedeutet diese Entwicklung, dass viele Wege möglich sind, Wege, die zur eigenen Entfaltung und Selbstverwirklichung genutzt werden können.
Wir dürfen sicher gespannt sein auf die Veränderungen der Zukunft. Was wir aber nicht versäumen dürfen: Die Zeichen der Zeit zu lesen. Selbstkritisch festzustellen, wo es uns an aktuellem Wissen mangelt und uns sozusagen selbst wieder auf "Vordermann" zu bringen.

Sie,  geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, haben etwas für sich getan und erkannt, dass Veränderung manchmal gut und wichtig ist. Anders als der deutsche Kaiser Wilhelm II, der sagte:

"Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung."

Sie haben sozusagen nicht auf das Pferd gesetzt, sondern erkannt, dass das Automobil sehr vielversprechend ist.
Nach Ihrer beruflichen Weiterbildung eröffnen sich Ihnen neue berufliche Perspektiven. Immer wieder haben wir in letzter Zeit auch entsprechende Rückmeldungen über erfolgreiche Stellensuche nach der Weiterbildung bei uns erhalten.
Häufig habe ich auch in letzter Zeit Personen kennen gelernt, die vor Jahren bei uns die Handelsschule besucht haben und mittlerweile sehr gute Positionen in Unternehmen innehaben. Der erfolgreiche Besuch der Handelsschule war für diese Personen der entscheidende Türöffner.
Wir freuen uns über jeden Einzelnen oder jede Einzelne, von dem/der wir erfahren, dass er oder sie beruflich entsprechend seinen oder ihren Weg gemacht hat und wir ein wenig dazu beitragen konnten.

Das Bildungssystem der Schweiz ermöglicht Ihnen und uns allen, jeweils mehr aus uns zu machen, hinzu zu lernen, unser Potenzial weiter zu entfalten. Kein Abschluss ohne Anschluss. Heute gibt es glücklicherweise in der Schweiz sehr durchlässige Bildungswege, die Ihnen ermöglichen, sich z.B. von einer Berufslehre bis in Kaderberufe hinein zu entwickeln. Bestes Beispiel ist hier eine unserer Weiterbildungen: Seit einiger Zeit kann man sich bei uns von der Handelsschule über das Höhere Wirtschaftsdiplom und den technischen Kaufmann bzw. Betriebsökonom sogar bis zum Bachelor of Business Administration BBA weiterbilden. Unsere Zusammenarbeit mit der Robert Gordon University macht dies möglich. Und zwar, wohlgemerkt, auch ohne Berufsmatura. Dank dem modularen Aufbau und der Tatsache, dass die erworbenen Berufsabschlüsse anerkannt werden.

Wir hoffen also, dass Sie mit dem erworbenen Zertifikat oder Diplom den Weg beschreiten können, den Sie sich erträumen. Für Ihre Traumstelle und Ihren Wunschberuf wünschen wir Ihnen alles Gute. Das nötige Rüstzeug haben Sie nun, zum Beispiel medizinische Terminologie, Rechnungswesen, Deutsche Korrespondenz, deutsche Grammatik oder Word und Excel.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei unseren Lehrern bedanken, die Sie mit viel Engagement unterstützt und begleitet haben.

Ebenso herzlich bedanken möchte ich mich beim Benedict-Team, das im Hintergrund gewirkt und nicht zuletzt diese Diplomfeier auf die Beine gestellt hat. Mein Dank gilt hier nicht zuletzt den Bereichsleitern, die sich tagein tagaus um die Sorgen und Anliegen der Teilnehmer gekümmert haben und Sie nach besten Kräften betreut haben.

Für die Diplomierung, geschätzte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bitte ich Sie, jeweils kurz mit ihrer Klasse hier auf der Treppe für ein Foto stehen zu bleiben.

Ehe wir zur Diplomierung kommen, in der Reihenfolge, die Sie auf Ihrem Programm finden, dürfen wir nochmals einen Auftritt der Aerokids geniessen - viel Spass dabei und ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu Ihrem verdienten Erfolg!


Frau Andrea Günther,
Schulleiterin Benedict-Schule St. Gallen