Diplomfeier Benedict-Schule St. Gallen
Freitag, 13. November 2015 im Pfalzkeller St. Gallen


Gastredner Florian Rexer, Gewinner des Swiss Comedy Awards


An der Diplomfeier vom 13. November 2015 wurden ca. 180 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen folgender Bildungsgänge gefeiert:

  • Bürofachdiplom VSH
  • Grundkurs BBS
  • Handelsdiplom VSH
  • Dipl. Wirtschaftsfachleute HWD/VSK
  • Technische Kaufleute BBS
  • Deutsch als Fremdsprache
  • Arzt- & Spitalsekretärin Benedict / Medizinische Sekretärin H+
  • Dipl. Gesundheitsmasseure nach ASCA Richtlinien
  • Dipl. Ernährungsberater nach ASCA Richtlinien
  • ICT Assistant PC/Network BIZ
  • ICT Professional PC/Network BIZ

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Gesang einer Teilnehmerin des Arzt- uns Spitalsekretärinnen-Lehrgangs, Frau Bahar Yerlikaya, im ehrwürdigen Gebäude des Pfalzkellers. In ihrer Ansprache gratulierte die Schulleiterin der Benedict-Schule, Andrea Günther, allen Diplomierten herzlich und wünschte ihnen für die weitere berufliche und persönliche Zukunft alles Gute. Sie zeigte am Beispiel des Olympiasiegers Bart Connor, dass eine positive Lebenssicht hilft, um auch scheinbar unüberwindliche Hindernisse zu beseitigen.

Der Gastredner, der Gewinner des Swiss Comedy Awards und Festspielleiter der Schlossfestspiele Hagenwil, Florian Rexer, gab den Diplomandinnen und Diplomanden spannende Gedanken zum Thema "Schauspiel und Leben" mit auf den Weg.

Nach den offiziellen Diplomreden feierten strahlende Absolventen und Absolventinnen den Abschluss bei einem Apéro riche und regem Erfahrungsaustausch.


Diplomrede: Persönlicher Erfolg
Andrea Günther, Schulleiterin


Geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden
Geschätzte Damen und Herren
Geschätzte Gäste
   
Ich begrüsse Sie herzlich zur Diplomfeier der Benedict-Schule St. Gallen. Speziell begrüssen möchte ich Frau Ilse Oehler, sehr engagiertes Mitglied unserer Aufsichtskommission.

Der Gesang, den Sie hörten, stammt von Frau Bahar Yerlikaya. Frau Bahar Yerlikaya ist der lebende  Beweis dafür, wie viel Talent in Ihnen, igeschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, steckt - denn sie gehört zu den erfolgreichen Absolventinnen des Lehrgangs "Arzt- und Spitalsekretärin".
 
Geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, was ist Erfolg für Sie?
Die Antworten fallen unterschiedlich aus, je nachdem, wen man fragt. Die ersten typischen Aussagen gehen oft in folgende Richtung: "Erfolg ist für mich ein schönes Auto und ein Haus am Bodensee."
Ein Lehrer von uns, der gerade Vater geworden ist, sagt: "Erfolg ist, wenn ich wieder eine Nacht durchschlafen kann."
Ein Dritter sagt "Erfolg ist, wenn ich 10 Kilo abgenommen habe." Und ein Vierter sagt "Erfolg ist, wenn ich den Arbeitsplatz gefunden habe, den ich mir wünsche." Bei längerem Nachdenken ist es vielleicht nicht unbedingt das Materielle, das angestrebt wird.

Was ist Erfolg? Lassen Sie uns das einmal googeln.
Google gibt über 81 Millionen Ergebnisse für das Wort "Erfolg" zurück.
Für die englische Übersetzung "Success" erhalten wir sogar 1050 Millionen, also über eine Milliarde Ergebnisse.
Ganz sicher ein Beleg dafür, dass viele den Erfolg suchen.

Erfolg ist das, was auf die Taten erfolgt.

Erfolg, so steht es bei Wikipedia, ist das Erreichen sich selbst gesetzter Ziele. Und diese Ziele sind - zum Glück - individuell verschieden.

Sie, geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, hatten nun für eine Zeitlang das gleiche Ziel:
Das Ziel, eine Weiterbildung zu besuchen und gute Noten zu schreiben, so dass Sie am Ende ein Diplom von uns erhalten können.
Dieses Ziel haben Sie erreicht - Gratulation!
Was ist Erfolg? Ist Erfolg, dass Sie heute ein Papier von uns erhalten? Insofern, als dieses Papier stellvertretend dafür steht, dass Sie sich Wissen angeeignet haben, schon. Das Diplom ist natürlich hilfreich, um gegenüber Arbeitgebern und Institutionen Ihre neuen erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten nachzuweisen. Aber das Diplom selbst - ist nur Papier. Das vergessen wir bisweilen in einer Welt, in der Können und Wissen gern mit dem Modewort "Kompetenz" bezeichnet werden und in einer Welt, in der man möglichst für alles ein Papier haben sollte.
Ich meine deshalb: Das Dokument, das Sie heute von uns erhalten, ist nützlich, ja. Man kann sich damit bewerben und nach aussen die erworbenen Fähigkeiten nachweisen. Aber viel wichtiger ist etwas anderes: Alles, das, was Sie gelernt haben, das, was Sie jetzt neu können und wissen. Darauf können Sie stolz sein. In einigen Fällen können Sie Ihr neu erworbenes Wissen ganz praktisch sofort einsetzen:  Wenn Sie bei uns zum Beispiel Deutsch gelernt haben, so können Sie das Wissen tagtäglich anwenden. Es hilft Ihnen, sich in der Schweiz wohl zu fühlen und zu verstehen, was um Sie herum vorgeht. Wenn Sie bei uns einen Informatikkurs erfolgreich absolvierten, so können Sie dieses Wissen ebenfalls direkt anwenden - unsere Welt ist voller Computer, sei das im Privathaushalt, sei das im Beruf. Wenn Sie eine stark berufsbezogene Weiterbildung besucht haben, so benötigen Sie vielleicht erst noch den nächsten Erfolg: durch die Bewerbung um eine Stelle.

Doch einige der Fähigkeiten, die Sie für die Stellensuche benötigen werden, haben Sie jetzt gerade unter Beweis gestellt, und auch dazu möchte ich Ihnen gratulieren. Sie haben gerade bewiesen, dass Sie über Durchhaltevermögen verfügen. Und dass Sie Entschlusskraft besitzen.
Sie mussten Zeit einsetzen und sich immer wieder engagiert mit den Lehrbüchern und Kopien auseinandersetzen. Sie mussten Prioritäten setzen, vielleicht einmal Ihr Umfeld vertrösten, sich Zeit zum Lernen einräumen. Sie mussten mit eigenen Frustrationen umgehen, wenn es mit dem Lernen mal nicht so funktionierte, und Lernen schreitet nicht linear fort. Auch das ist Ihr Erfolg. Sie haben offenkundig sehr gute und funktionierende Strategien eingesetzt, um doch und gegen alle Hindernisse zum Ziel zu kommen.

Gleichfalls eine wirksame Strategie hatte der mehrfache olympischen Goldmedaillengewinner Bart Connor:
Er erlitt 1983 eine schwere Verletzung des linken Bizeps. Neun Monate vor den olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles. Das hätte eine Katastrophe für ihn sein können. Doch Connor unterzog sich einer Operation und intensiven Therapien und konnte sich schliesslich für die Spiele qualifizieren. Er nahm an allen acht Wettkämpfen im Geräteturnen teil - und gewann mit der US-Mannschaft Gold und auch als Einzelathlet am Barren.
Später wurde er gefragt, wie er das geschafft habe. Connor erzählte folgendes:
Als er noch ein kleiner Junge war, hätten seine Eltern ihn jeden Abend vor dem Einschlafen an seinem Bett gefragt: Was war heute dein grösster Erfolg? So schlief er mit dem Bewusstsein ein, etwas erreicht zu haben. Jede Nacht. Und jeden Morgen wachte er auf mit der Gewissheit, wieder mindestens ein Erfolgserlebnis zu haben. Also habe er auch gewusst, dass er es zu den olympischen Spielen schaffen, ja sogar gewinnen könnte… Es half ihm also die positive Sicht auf das eigene Leben.

Vom Sportler zurück zu Ihnen, geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden:
In Ihrem Namen möchte ich jenen Personen danken, die Sie unterstützt haben, sei das ideell oder finanziell: Ihren Partnern und Familien.
Weiter danke ich jenen, die Sie und Ihr Lernen bei uns in der Schule unterstützen, und zwar ganz speziell den Lehrkräften.
Persönlich herzlich danken möchte ich dem administrativen Team, den Praktikanten, Sachbearbeitern und den Bereichsleitern, ohne die keine Schule möglich ist.

Für den Moment ist uns allen klar, was Erfolg ist, denn er wird hier vorne gleich sichtbar gemacht.

Aber wie wir gesehen haben, ist Erfolg etwas individuelles, das mit den eigenen Zielen zusam-menhängt. Daher frage ich Sie nochmals: Wie wissen Sie persönlich, wann Sie erfolgreich sind? Es lohnt sich, dieser Frage nachzugehen - damit man nicht den "falschen" Zielen nachjagt.

Einige Anregungen gebe ich Ihnen in Form eines frei übersetzten Gedichts von Ralph Waldo Emerson mit:

Erfolgreich zu sein bedeutet
Oft und viel zu lachen,
den Respekt intelligenter Menschen zu gewinnen
und die Zuneigung von Kindern zu erlangen,
die Wertschätzung ehrlicher Kritik zu verdienen
und den Betrug von falschen Freunden zu überstehen,
Schönheit zu erkennen und wertzuschätzen,
das Beste in anderen zu finden,
die Welt ein wenig besser zu verlassen
entweder durch ein gesundes Kind, ein Gartenbeet
oder verbesserte gesellschaftliche Zustände,
zu wissen, dass auch nur ein Leben sich verbessert
hat, dadurch dass Sie gelebt haben.
(Ralph Waldo Emerson - letzte Zeile des Gedichts wurde nach vorn gestellt, für die bessere Verständlichkeit beim Vortrag)

Ich als Schulleiterin bin stolz auf Ihre Erfolge, an denen wir einen Anteil haben durften.
Ihr Erfolg ist auch ein Erfolg für uns als Schule, und es ist immer ein bewegender Moment, wenn wir Ihnen Ihre Zertifikate und Diplome überreichen können.

Ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Erfolg, jedem individuell bei seiner Laufbahn und seinen persönlichen Lebenszielen.

In diesem Sinne herzlichen Glückwunsch, liebe Diplomandinnen und Diplomanden!
- nun haben wir ein erstes Highlight für Sie: Es spricht als nächstes zu Ihnen, der Gewinner des Swiss Comedy Awards, der Schauspieler, Regisseur und Fest-spielleiter der Schlossfestspiele Hagenwil am Bodensee, Florian Rexer.
- Es gilt das gesprochene Wort - Anekdote aus dem Leben von Bart Connor nach ....