Diplomfeier Benedict-Schule St. Gallen
Donnerstag, 13. November 2014 im Pfalzkeller St. Gallen


An der Diplomfeier vom 13. November 2014 wurden 183 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen folgender Bildungsgänge gefeiert:

  • Bürofachdiplom VSH
  • Grundkurs BBS
  • Handelsdiplom VSH
  • Dipl. Wirtschaftsfachleute HWD/VSK
  • Technische Kaufleute BBS

Sprachen

  • Deutsch als Fremdsprache

Medizin

  • Arzt-&Spitalsekretärin Bénédict  / Medizinische Sekretärin H+
  • Schulmedizinische Grundlagen nach ASCA Richtlinien

Informatik

  • ICT Assistant PC/Network SIZ
  • ICT Professional PC/Network SIZ
  • ICT Power User Web

Die musikalischen Klänge von Uptown 3 - Valerie Maerten (Gesang), Eckhard Freund an der Gitarre und Daniel Staub am Kontrabass - eröffneten die Feier im schönen Gebäude des Pfalzkellers. In ihrer Ansprache gratulierte die Schulleiterin der Benedict-Schule, Andrea Günther,  allen Diplomierten herzlich und wünschte ihnen für die weitere berufliche und persönliche Zukunft alles Gute.

Die Gastrednerin Ilse Oehler, Mitglied der Aufsichtskommission der Benedict-Schule, gab den Diplomandinnen und Diplomanden mit: "Lernt Fehler zu machen und bewegt euch!" Auch sie wünschte ihnen Glück für den weiteren Lebensweg  und gratulierte zur Leistung mit den Worten: "Bleiben wir dabei Optimisten für die Zukunft. Und - erfinden wir diese neu!"

Danach wurden die einzelnen Bildungsgänge jeweils von den Bereichsleitern gewürdigt. Die Teilnehmenden nahmen ihre Diplome entgegen und die Besten durften sich über einen Blumenstrauss oder eine Flasche Wein freuen.

Nach den offiziellen Diplomreden feierten strahlende Absolventen und Absolventinnen den Abschluss bei einem Apéro riche und regem Erfahrungsaustausch.

Diplomrede Frau Andrea Günther

"Ich wünsche dir den Mut, auch auf Wegen zu gehen, auf denen sich noch nie jemand bewegt hat."

Geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden
Geschätzte Damen und Herren
Geschätzte Gäste

Ich freue mich Sie heute Abend hier in dem schönen ehrwürdigen Gemäuer des Pfalzkellers zu begrüssen. Besonders begrüssen möchte ich Frau Ilse Oehler, die Mitglied unserer Aufsichtskommission ist, und die eine Gastrede halten wird. Herzlich willkommen und vielen Dank für das Engagement!

Weiter heisse ich herzlich willkommen - die Künstler, die Sie eingangs schon gehört haben und die dafür sorgen, dass wir heute einen schönen musikalischen Rahmen erhalten: das Uptown Three, und das sind Valerie Maerten (Gesang), Eckhard Freund Gitarre und Daniel Staub (Kontrabass).

Zum Ablauf heute Abend bitte ich die Aufgerufenen, dass Sie hier vorne Ihr Diplom entgegen nehmen und dann hier auf der Treppe für das Gruppenfoto des entsprechenden Lehrgangs stehen bleiben. Wer nicht fotografiert werden möchte, setzt sich einfach wieder, wenn er oder sie das Diplom in Empfang genommen hat. Weiter bitte ich Sie, auch dem letzten Diplomanden noch einen Applaus zu spenden. Personen, die zum Schluss aufgerufen werden, haben dies genauso verdient, wie die ersten.

"Ich wünsche dir den Mut, auch auf Wegen zu gehen, auf denen sich noch nie jemand bewegt hat."
Die Ureinwohner Australiens, die Aborigines sagen auch:
"Die unbekannten Wege sind die Geschenke des Lebens."


Sie, liebe Diplomandinnen und Diplomanden, haben gerade einen neuen Weg erkundet - Sie haben sich weiter gebildet, neues Territorium erkundet, Sie haben auf Ihrem Lern-Floss die gefährlichen Klippen der medizinischen Terminologie erfolgreich umschifft, sind auf dem reissenden Strom der deutschen Grammatik dahingetrieben oder haben die grünen Täler der Finanzbuchhaltung durchschritten.

Nun hat die Reise Sie bis ans Ziel gebracht und Sie erhalten heute Ihr Diplom. Der Mut, das Unbekannte zu erkunden und etwas Neues zu versuchen, hat sich also ausgezahlt.

Sie haben damit sehr sinnvoll in Ihre Zukunft investiert. Wie jemand einmal sagte:

"Die beste Vorsorge ist Lernen. Geld kann verloren gehen oder gestohlen werden,  Gesundheit und Kräfte können schwinden, doch was man im Kopf hat, bleibt für immer."

Man kann es auch anders formulieren, nämlich so wie der deutsche Publizist Dr. Hans Seyle:

"Eigentlich gehört einem nur das wirklich, was man gelernt hat."

Sie dürfen heute zu Recht stolz sein auf Ihren Erfolg, und ich gratuliere Ihnen herzlich dazu.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie von Ihrem an der Benedict-Schule erworbenen Wissen in Ihrem Leben und Ihrem Beruf profitieren können und viele Gelegenheiten haben werden, es anzuwenden.
Weiter wünsche ich Ihnen, dass Sie damit viel Erfolg haben werden und dass Ihr Wissen Ihnen ermöglicht, z.B. eine gute Stelle zu finden, ein Problem zu lösen oder anderen zu helfen.

Unser Dank gilt heute auch Ihren Lehrern, die Ihnen geholfen haben, die Sie förderten und Ihnen teilweise mit überdurchschnittlichem Einsatz zur Seite standen - das hat sicher auch zu Ihrem Erfolg beigetragen, denn nach einem alten chinesischen Sprichwort gilt:

"Auch eine Fülle von Büchern ersetzt den Lehrer nicht".

Und natürlich danken wir heute auch allen Menschen in Ihrem Umfeld, die Sie unterstützt haben, sei es, dass Sie sie abgefragt haben und Ihnen beim Lernen geholfen haben, sei es, dass Sie Ihnen finanziell Ihre Weiterbildung oder Ihren Kurs ermöglichten oder Ihnen verziehen haben, dass Sie wieder mal lernen mussten und keine Zeit für sie fanden.
 
Einen besonderen Dank also an Ihre Familien und Freunde! Es ist nicht selbstverständlich, jemandem den Rücken zu stärken, während er eine Weiterbildung macht oder einen Kurs absolviert, und es ist eine Tat, die leider sehr selten gewürdigt wird.
Feiern wir also heute nicht nur die Tatsache, dass Sie Ihr verdientes Diplom, Ihren Ausweis oder Ihr Zertifikat erhalten, feiern wir auch Ihre Leistung, Ihr neu erworbenes Wissen, und alle, die Anteil daran haben - nämlich Ihre Lehrer, Freunde und Familien. Herzlichen Glückwunsch!

Wir hören nun ein weiteres Lied der Uptown Three, hier in Downtown St. Gallen und anschliessend hat das Wort unsere Gastreferentin Frau Ilse Oehler.

Gastrede Frau Ilse Oehler

Verehrte Anwesende

«Wer nichts weiss, muss alles glauben.»

Marie von Ebner-Eschenbach sagte das in ihren psychologischen Erzählungen.
Die Österreicherin gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jahrhunderts.

Liebe Diplomandin, lieber Diplomand
Endlich das «Diplom des Wissens» in den Händen halten!
Ihre Vorfreude erleuchtet geradezu den ganzen Raum …

Wir wissen: «Kein Meister ist je vom Himmel gefallen»
Der Eigentümer der Benedict-Schulen, auch unserer Institution am Standort St. Gallen, dann in Zürich, Bern, Luzern, unser Herr Heiri Meister, ist bestimmt auch nicht direkt vom Himmel gefallen. Sein zu Anbeginn beseeltes Engagement fliesst in das grossartige Bildungswesen am Wirtschaftsstandort Schweiz. Mit seinem eingespielten Team investiert er auch in Ihre ganz persönliche heutige Errungenschaft, in Ihre Ausbildung, in Ihr Benedict-Diplom. Spürbar begleitet werden wir zusammen mit ihm auch vom ganzen Lehrkörper und allen Mitarbeitenden. Euch allen gebührt ein grosser Dank.

Tagein tagaus begegnen wir Menschen
Heute Abend sehen Sie viele bekannte Gesichter. Im Berufsleben begegnen Sie unbekannten Personen, sympathischen und solchen, um die Sie hie und da unter Umständen am Liebsten einen Bogen machen würden. Wollen wir diesem Gedanken etwas Raum geben und uns fragen: Weshalb?

Sind wir immer die Besten, die Klügsten, die Selbstsichersten? Wann verstecken wir unsere Unsicherheit unter einem Schutzpanzer, machen den erwähnten Bogen und suchen den einfachsten aller Auswege: «Ich will meine Ruhe und den eigenen Frieden haben. Basta!» - Ein feines Gespür diesbezüglich zu entwickeln, persönlich zu erstarken, das ist um einiges besser, als blitzschnell die innere Abwehr wirkungsvoll hochzufahren.

Jede konstruktive Kritik ist eine Chance, eine Herausforderung für den Kritisierten
Sie ist eine Gunstbezeugung in der Gesellschaft und der Freundschaft.
Dazu eine wichtige Regel:

  • Es muss immer um die Sache gehen, nicht um die
    kritisierte Person. Nur dann, wenn ich von aussen mein
    Eigenbild relativiert erhalte, weiss ich, wo ich gut und
    schlecht bin
  • Also muss ich nicht einfach nur alles glauben.

    Marie von Ebner-Eschenbach lässt grüssen:
    «Wer nichts weiss, muss alles glauben.»

«Lernt Fehler zu machen und bewegt Euch.»
Letzte Woche hörte ich diesen Satz 1:1 von einem der erfolgreichsten und weltbekannten Schweizer Unternehmer. Zweimal aber denselben Fehler machen, das reiche :-), meinte er in fröhlichster Zuversicht. Ihre persönlichen Gedanken zu dieser Aussage möchte ich hier lesen können! Diese Aussage müsste uns alle, auch Ihre zukünftigen Vorgesetzten ansprechen.

Übrigens dürfen wir beruhigt sein, Ihr Visavis, die Kollegin, der Kollege, die Politiker, Macher, Vorgesetzten, wir alle kauen und würgen an den eigenen Schwächen. In diesen Situationen sind wir oft mutlos, reagieren z.T. gereizt, denn aufkommende Verunsicherungen und Ängste verfliegen nicht einfach so im Nu. Der Gegendruck ist auszuhalten, Toleranz und Duldsamkeit sind
gefragt.

Mut, Zivilcourage und Zuversicht, kommuniziert mit «Kopf, Herz und Hand», das sind enorme Fähigkeiten, oft bei spontanen Begegnungen in unserem Gegenüber zu entdecken. Mit solchen Fähigkeiten können sich Welten eröffnen.

Unsere positive Denke?
Wie wär's hin und wieder mit einem erfrischenden Lächeln? Das ist Nutzen stiftend beispielsweise bei Teamarbeiten, dem Zuspiel von Ideen, überhaupt im Leben ganz allgemein. Die Entdeckungsreise zum eigenen Ich, sie wird uns immer begleiten.

Viele gemeinsame Stunden habt Ihr zusammen verbracht
Das Gelernte, die Erlebnisse an unserer Benedict Schule und vieles mehr, ist jetzt in Ihrem Gedächtnis unmittelbar präsent. Aber wir wissen auch, nicht für alle war es eine unbeschwerte Zeit. Geniessen Sie die Freundschaften, freuen Sie sich auf kommende und pflegen Sie diese sorgfältig. Ein grosser Dank geht auch an Ihre Angehörigen und Vertrauenspersonen.

Nun ist volle Aufbruchstimmung da!

«Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum.
Wenn viele gemeinsam träumen,
ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit.»

Hélder Câmara, der 1999 verstorbene brasilianische Erzbischof sagte das.

An einen Traum kann man glauben oder nicht. Das gemeinsame
Träumen ist der Anfang von kollektivem Wissen.
 
Bei einigen spüren wir

  • bereits Vollgas, in welche Richtung auch immer
  • offene und/oder berufliche Träume?
  • das Nachdenken in aller Ruhe, wie es weitergehen soll
    «Pause bitte» Und dann ein Neuanfang.
  • Gedanken, diese sind immer frei

Bleiben wir dabei Optimisten für die Zukunft.
Und – erfinden wir sie neu!


Von Herzen gratuliere ich jedem Einzelnen von Ihnen zur persönlichen Leistung. Ihnen allen wünsche ich viel Glück auf Ihrem weiteren Weg!