Diplomfeier Benedict-Schule St. Gallen
Donnerstag, 02. Juli 2015 im Pfalzkeller St. Gallen


Festliche Diplomfeier der Benedict-Schule im Pfalzkeller
121 Diplomandinnen und Diplomanden


In den ehrwürdigen Räumen des Pfalzkellers feierten am vergangenen Donnerstag, 2. Juli 2015, die Absolventinnen und Absolventen folgender Lehrgänge und Ausbildungen ihren erfolgreichen Abschluss:

  • Medizinische Praxisassistentinnen MPA EFZ
  • Absolventinnen und Absolventen der kaufmännischen Grundausbildung Kauffrau/Kaufmann E- und B-Profil EFZ
  • Absolventinnen und Absolventen des Bürofachdiploms VSH
  • Absolventinnen und Absolventen des kaufmännischen Grundkurses
  • Absolventinnen der Weiterbildung zur Arzt- und Spitalsekretärin oder Medizinischen Sekretärin H+
  • und die Lernenden der Grund- , Mittel-und Oberstufe der Lehrgänge "Deutsch als Fremdsprache" (Niveaus A2, B2 und C1)

Für die rockige musikalische Unterhaltung sorgte Don Ayer, Sänger, Gitarrist und Musikproduzent - sowie Englischlehrer der Bénédict-Schule.

Den feierlichen Rahmen des Abends bildeten die Reden des Verwaltungsratspräsidenten von Benedict International, Heinrich Meister, und der Schulleiterin, Andrea Günther. Sie erinnerte an das Experiment des berühmten Geigers Joshua Bell, als dieser in der Washingtoner U-Bahn spielte. Kaum jemand beachtete ihn, obwohl Karten zu seinen Konzerten sonst 100 Dollar kosten. Eine Lehre, die man daraus ziehen kann, ist sicher, dass  man die eigenen Talente angemessen präsentieren muss - dies gab Günther auch den Diplomanden mit auf den Weg.

Ein spezielles Highlight war die Ansprache des KV-Absolventen Jenan Joseph Krishnapillai, der sich rührend bei seinen Lehrern bedankte und seinen Mitschülern sagte: "Wir müssen mutig genug sein, jederzeit neue Richtungen zu wählen."

Anschliessend wurde bei einem opulenten Apéro mit Familien, Freunden, Lehrkräften und Ausbildern freudestrahlend gefeiert.

Rede von Frau A. Günther

Sehr geehrte  Damen und Herren,
geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden,
werte Gäste

Es sind die kleinen Momente im Leben, in denen wir spüren, dass wir am richtigen Ort sind.

Sehr herzlich begrüsse ich heute unseren Präsidenten der Aufsichtskommission, Herrn Dr. Patrick Stach, sowie Frau Ilse Oehler, Aufsichtskommissionsmitglied.

Ausserdem freut es mich besonders, heute als Gastredner unseren Verwaltungsratspräsidenten Herrn Heinrich Meister begrüssen zu dürfen.

Kennen Sie den Musiker Joshua Bell? Joshua Bell ist ein hoch talentierter Geiger, einer der berühmtesten Geiger weltweit. Er nahm vor 9 Jahren an einem interessanten Experiment teil: Der damals 40-jährige verkleidete sich als Strassenmusiker. Mitten in der Rush Hour spielte er in der Washingtoner U-Bahn 43 Minuten lang berühmte Stücke von Johann Sebastian Bach, Schubert und Sibelius. Was glauben Sie, ist passiert?

  • Wer glaubt, dass Joshua Bell einen riesigen Menschenauflauf verursacht hat?
  • Wer von Ihnen glaubt, dass es viele Menschen gab, die den berühmten Musiker erkannt haben?
  • Wer glaubt, dass niemand stehen blieb?

Von 1097 Passanten, die an ihm vorbeiliefen, sind ganze sieben Personen stehen geblieben, um ihm zuzuhören. Nur eine einzige Person hat ihn erkannt und ihm 20 Dollar gegeben. Insgesamt wurden ganze 32,17 Dollar in den offenen Geigenkasten geworfen. Und das bei einem Mann, der wenige Tage zuvor erst vor ausverkauftem Haus gespielt hat. Ein Ticket für dieses Konzert kostete 100 Dollar.

Für einen der gefragtesten Musiker weltweit muss diese Erfahrung erschütternd gewesen sein. Was für Rückschlüsse kann man daraus ziehen? Zum einen sicher der gleiche, die auch beim Hauskauf gilt: Location, Location, Location. Wenn Sie Beachtung für etwas möchten, müssen Sie den richtigen Rahmen, den besten Kontext dafür finden.

Wenn Sie sich also nun mit Ihren Fähigkeitszeugnissen und Zertifikaten bewerben, sorgen Sie dafür, dass die Bewerbung auch "schön verpackt" daher kommt. Zeigen Sie Ihre Talente im besten Licht und nicht in der U-Bahn.

Zum anderen lernen wir aus dem Experiment, dass wir alle vermutlich häufig das Schöne übersehen, weil wir hastig zum nächsten Termin eilen und dabei die Augen und Ohren gar nicht geöffnet haben. Auf Englisch sagt man deshalb: "Stop and take time to smell the roses."

Wie ich eingangs sagte: Es sind die kleinen Momente im Leben, in denen wir spüren, dass wir am richtigen Ort sind. Für heute Abend können wir uns vornehmen, den Augenblick wirklich zu geniessen. Und eine Diplomfeier ist ein spezieller Moment. Zwar spielt heute kein weltberühmter Geiger, aber wir dürfen dafür zum Beispiel der Musik von Don Ayer lauschen, unserem Englischlehrer, der auch Musikproduzent und Musiker ist.

Ausserdem dürfen wir einen ganz besonderen Moment feiern, nämlich den Augenblick, in dem Sie, geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, Ihre Diplome und Fähigkeitszeugnisse erhalten. Und diesen Augenblick, den dürfen Sie, werte Diplomandinnen und Diplomanden, so richtig auskosten. Schliesslich haben Sie viel dafür getan. Aber auch Ihre Eltern oder Partner dürfen den Augenblick speziell geniessen, denn Sie haben Sie finanziell oder moralisch unterstützt. Und ich denke, dass auch die Lehrpersonen die besonderen Momente der Diplomübergabe schätzen, denn die Lehrkräfte haben Sie unermüdlich unterstützt, noch in den Pausen oder manchmal sogar von zuhause noch via E-Mail Fragen beantwortet. Herzlichen Dank an die Lehrerinnen und Lehrer - ich bitte um Applaus!

Für die Diplomübergabe haben wir auch den richtigen Rahmen, nämlich den wunderbaren Pfalzkeller.

Stellen Sie also die Augen und Ohren - und nachher beim Apéro riche auch den Gaumen - auf Empfang und geniessen Sie den Moment. Und damit sich jeder und jede über den Moment der Diplomübergabe richtig freuen kann, bitte ich Sie alle, Geduld zu haben bis zum Schluss - und auch für den letzten Diplomanden genauso zu klatschen wie für den ersten. Verdient haben diesen Applaus und Respekt alle gleichermassen. Weiter bitte ich Sie, sich klassenweise kurz zum Gruppenfoto hier vorn auf der Treppe zu formieren.

"So selten kommt der Augenblick im Leben, der wahrhaft wichtig ist und gross." - sagte Friedrich Schiller. Für den heutigen grossen Augenblick der Diplomverteilung, haben Sie, geschätzte Diplomandinnen und Diplomanden, vieles gelernt, vielleicht in der Weiterbildung Freunde gefunden, vielleicht sind Sie auch einmal durch eine Krise gegangen, vielleicht gab es witzige Momente in Ihrer Weiterbildung.

Über diese Erfahrungen bei uns wird jetzt ein Schüler zu Ihnen sprechen, Herr Krishnapillai aus unserer KV-Grundbildung. Da er nach dieser Ausbildung nach Kanada auswandert, würde er gerne einige - keine Sorge, nicht allzu lange, aber dafür sehr intensive - Worte an seine Klassenkameraden und an Sie, werte Gäste, richten.
Stop and take time to smell the roses!


Andrea Günther,
Schulleiterin Benedict-Schule St. Gallen